Seifenkisten bauen

Keine PS und trotzdem Spaß und Leidenschaft. Kinder geraten ins Träumen und Väter ins Schwärmen.

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Was ist eine Seifenkiste?

Eine Seifenkiste ist ein Fahrzeug was sich komplett ohne eigenen Antrieb fortbewegt. Alleine durch die auf in der Regel vier Rädern verteilte Schwerkraft kann eine Seifenkiste mindestens eine Person befördern. Die Rennen werden im Freien und im Sommer und Winter ausgetragen.

Zuerst einmal bedarf es keiner professionellen Werkstattausrüstung um eine Seifenkiste bauen zu können, die kleine Hobby-Werkstatt tut es in der Regel. Mit der perfekten Anleitung kann der PS lose Bolide so gut wie von jedem fertig gestellt werden. Es bedarf nur Leidenschaft und etwas Zeit. Dem Aufwand, den einige Tüftler unter uns in Ihre Seifenkisten investieren, sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Fürs erste reicht aber eine Standard Anleitungen aus um bei einem Rennen sicher und schnell in das Ziel zu gelangen.

Rennklassen und Wertung eines Seifenkistenrennens?

Es gibt Rennklassen die eine komplette Meisterschaft umfassen (Deutsches Seifenkisten Derby, DSKD). Hier geht’s, natürlich mit entsprechendem Zeitaufwand, um die Deutsche und europäische Meisterschaft. Die Rennen finden verteilt in ganz Deutschland statt. Hier herrscht ein sehr strenges Reglement mit etlichen Vorschriften die der Fantasie wenig Spielraum lassen.

Ganz anders läuft es bei sogenannten Spaßkistenrennen. Wie der Name schon sagt, steht hier der Spaß und vor allen Dingen der Fantasie nichts im Wege. Die Kisten müssen über funktionierende Bremsen und eine sicher Lenkung verfügen. Das war es dann auch meistens schon. Die meisten Rennen  in Deutschland gehören zu den Spaßkistenrennen, da dies auch für die Veranstalter einfacher ist. Oftmals werden aber auch Meisterschaften des DSKD von Spaßkistenrennen begleitet.

Die Rennklassen sind beim DSKD genau festgelegt, bei den Spaßkisten sieht es meist anders aus. Hier gibt es ein Mindest- und Höchstalter, ein maximales Gesamtgewicht und meistens noch die Unterscheidung nach Luft- oder Vollgummireifen. Der Veranstalter informiert vor jedem Rennen ausführlich.

Die Wertungen erfolgt entweder nach der gefahrenen Zeit, bei mehreren Läufen werden die Zeiten addiert, oder im KO-Verfahren, wo immer zwei gegeneinander fahren und der langsamere ausscheidet bzw.im Hoffnungslauf eine weitere Chance bekommt.

Vorschriften, was muss man einhalten?

Die Richtlinien und technische Hinweise eines Seifenkistenrennens sind je nach Veranstalter unterschiedlich. Am besten erkundigen Sie sich vor jedem Rennen beim jeweiligen Veranstalter. Ihre Seifenkiste muss natürlich an die Ansprüche und Vorschriften der dort geltenden Bestimmungen angepasst werden. Generell variieren diese, zumindest bei den Spaßkistenrennen  aber immer nur wenig. Handelt es sich um ein offizielles Seifenkistenrennen, sind die Vorschriften für jedes Rennen gleich und auf der Seite, Deutsches Seifenkisten Derby e.V. einzusehen. Sollten Sie an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen, gelten besonders Strenge Bau- und  Sicherheitsvorschriften. Hier gibt es tatsächlich etliche Sonderbestimmungen.

Die Rennstrecken?

Die Rennstrecken sind meist zwischen 150 und 500 Meter lang. Die Strecken weisen ein leichtes Gefälle auf. Die Rennwagen starten von einer Rampe, oder direkt auf der Straße, wenn das Gefälle ausreicht.

Geschichte der Seifenkisten?

Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Begeisterung für die Errungenschaften der Technik groß. Erste Automobilrennen finden in Europa statt. Angeregt durch das berühmte Gordon-Bennett-Automobil-Rennen bauen sich Oberurseler Jungs ihre eigenen Rennwagen aus Holz. So ist im Oberurseler Lokal-Anzeiger im Juli 1904 zu lesen: „Gordon-Bennett-Rennen für die Knaben mit Prämiierung der schönsten Wagen sowie schnellster Führer. Eintritt 20 Pfenning. Eine Dame frei.“ Dieses als eines der ersten offiziellen Kinderautomobilrennen der Welt, trifft auf großen Anklang bei den Zuschauern und der (internationalen) Presse. Unzählige weitere Rennen werden in den Folgejahren in Oberursel und den umliegenden Gemeinden abgehalten.

In den 30er Jahren kam das Kinderautomobil in den USA zu seinem bekannten Namen „Seifenkiste“ (Soapbox). Dort hatte sich eine Seifenfabrik einen besonderen Werbegag ausgedacht: Sie zeichnete auf die stabilen Verpackungskisten ihres Produktes den Grundriss für ein kleines, leicht herzustellendes Automobil und belieferte die jungen „Autobauer“ auch mit den notwendigen Materialien. So konnte 1934 in den USA das erste nationale „Soap Box Derby“ in Dayton/Ohio stattfinden.

Mehr zur Geschichte des Seifenkistensports im Vortaunusmuseum Oberursel www.vortaunusmuseum.de

Unter den Teilnehmer befinden sich lange nicht mehr nur die Jungen sondern auch deren Väter und die Verwandtschaft und viele junggebliebene Männer. Damals wurden die Rennwagen so naturgetreu wie möglich in Miniaturform nachgebaut. Später entwickelte sich der Seifenkisten-Sport völlig unabhängig von den früheren Rennen. Was also zu Beginn als einfaches Kinderspiel begann, ist heute zu einer echten Sportart geworden. Die Rennen werden in unterschiedlichen Altersklassen und oft mit regelrechten High-Rech-Renngeräten ausgeführt.

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